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Katastrophenmedizin

Moderator des Bereichs: Dr. Arnd T. May

Katastrophenmedizin / Massenanfall von Verletzten (MANV)

Durch den Rettungsdienst hat jeder Mensch „einen gesetzlich garantierten Anspruch auf eine flächendeckende, hilfsfristorientierte, qualifizierte notärztliche Hilfe, die dem jeweiligen Stand des medizinischen Wissens und der Technik entspricht und rund um die Uhr an jedem denkbaren Ort sicherzustellen ist“ [BGH 1992, Grundsätze zur Weiterentwicklung der Rettungsdienste und der notfallmedizinischen Versorgung in der BRD, abgedruckt in: Ahnefeld, F.W.; Dick, W.F.; Knuth, P.; Schuster, H.P. (1998): Grundsatzpapier Rettungsdienst, Notfall und Rettungsdienst 1: 68-74].

Von einem Massenanfall von Verletzten (ManV) spricht man, wenn das Schadensereignis mit Kräften und Mitteln der zur Verfügung stehenden Rettungsdienstes nicht zu bewältigen ist und zur Bewältigung der Lage zusätzliche Einheiten (Module) hinzugezogen werden müssen.

Der Kreis Gütersloh hat ein Notfallkonzept für einen Massenanfall von Verletzten und Erkrankten (MANV) erarbeitet. Dies Konzept findet Anwendung und regelt die notfallmedizinischen Maßnahmen für den gesamten Kreis Gütersloh oder bei der überörtlichen Hilfeleistung. Die Maßnahmen werden in drei Stufen unterteilt.

Gesetz über den Rettungsdienst sowie die Notfallrettung und den Krankentransport durch Unternehmen (Rettungsgesetz NRW - RettG NRW) vom 13.07.1999:
§ 7 Einrichtungen des Rettungsdienstes
(3) Für Schadensereignisse mit einer größeren Anzahl Verletzter oder Kranker bestellt der Träger des Rettungsdienstes Leitende Notärzte oder -ärztinnen und regelt deren Einsatz. Er trifft ferner ausreichende Vorbereitungen für den Einsatz zusätzlicher Rettungsmittel und des notwendigen Personals. Im Einsatz können Leitende Notärzte oder -ärztinnen den mitwirkenden Ärzten und Ärztinnen in medizinisch-organisatorischen Fragen Weisungen erteilen.

Die Rettungsdienstgesetze der Bundesländer bilden die Grundlage für das Handeln des Rettungsdienste. Eine Übersicht zur geschichtlichen Entwicklung und anderen Akteuren in der Versorgung von Notfallpatienten findet sich in: May, Mann: Soziale Kompetenz im Notfall, Praxisanleitung nicht nur für den Rettungsdienst - ein Unterrichtskonzept, 2., überarbeitete Auflage, 2005.

Aus einer Public Health-Perspektive wurde 2001 im Rahmen einer Expertise im Auftrag des lögd NRW, Bielefeld, auf den Rettungsdienst und Katastrophenschutz geblickt. Diese Studie ist als Nr. 27 der Materialien "Umwelt und Gesundheit" des lögd veröffentlicht.

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