Institut für Ethik in der Praxis  /  Institute for Practical Ethics

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Pflegeethik

Moderatorin des Bereichs: Elisabeth Uhländer-Masiak

Pflegeethik thematisiert innere Haltungen, wie z. B. Werte die das berufliche Handeln und Entscheiden professionell Pflegender prägen.

Der Pflegealltag konfrontiert professionell Pflegende immer wieder mit ethischen Fragestellungen. Pflegende sind dann gefordert unter den Rahmenbedingungen des gesellschaftlichen Wertewandels und ihres jeweiligen Berufsfeldes im Gespräch mit den Betroffenen, Angehörigen und Mitgliedern anderer Berufsgruppen Antworten auf diese Herausforderungen zu finden.

Die Wertvorstellungen der professionell Pflegenden bieten Orientierung bei der Entscheidung, das Gute zu tun und das Böse zu lassen. Dabei steht das Wohlergehen der betroffenen Menschen im Mittelpunkt.

Der Ethikkodex für Pflegende des internationalen Berufsverbandes benennt Wertvorstellungen für vier zentrale ethische Haltungen der professionellen Pflege:

  • Haltungen gegenüber den pflegebedürftigen Menschen,
  • Haltungen bezüglich der eigenen Berufsausübung,
  • Haltungen der Profession bezüglich Pflegemanagement, -forschung und –bildung sowie
  • Haltungen in der Zusammenarbeit mit Kollegen aus der Pflege und anderen Professionen und Berufen.

Er bietet Orientierung, wenn professionell Pflegende systematisch über die sittlichen Maßstäbe ihres Handelns nachdenken, um zu entscheiden, was in ethischen Konfliktsituationen zu tun ist.

Professionelles pflegerisches Handeln geschieht in der Regel im Rahmen einer Organisation oder Institution. Die Regularien bzw. Kultur dieser Institutionen sind die Basis auf der Pflegende Entscheidungen treffen bzw. anregen. Aus diesem Grund scheint es vorteilhaft, wenn Institutionen ihren MitarbeiterInnen Möglichkeiten eröffnen, ethische Fragestellungen zu diskutieren. Dies kann u. a.  in klinischen Ethikkomitees erfolgen.

In der ambulanten Pflege und der stationären Altenpflege oder  Hospizen bieten sich dazu z. B. ethische Fallgespräche an. Möglichkeiten der kollegialen Beratung und Supervision tragen ebenfalls zur Bewusstwerdung und Diskussion moralischer Wertvorstellungen bei. 

Beispiele für ethische Probleme im Pflegealltag:

  • Freiheitsentzug und Fixierung von pflegebedürftigen oder kranken Menschen
  • Umgang mit eigenem Ekel in Pflegesituationen
  • Grenzen der aktivierenden, auffordernden Pflege z. B. in Bezug auf Ernährung, Flüssigkeitszufuhr oder Mobilisation, oder Bereichen der Körperpflege
  • Sexualität und sexuelle Bedürfnisse von pflegebedürftigen oder kranken Menschen
  • Fragen rund um Verhütung, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch
  • Leben erhalten oder Sterben zulassen, Grenzsituationen am Ende des Lebens
  • Betreuung von Angehörigen während des Sterbeprozesses und nach Eintritt des Todes
  • Kultursensible Pflege – Möglichkeiten und Grenzen
  • Ethik in der Pflegeforschung
  • Ethik im Pflegemanagement
  • Ethik in der Pflegeausbildung

 Buch-Tipps:

 Helmchen, H. Kanowski, S., Lauter H.: Ethik in der Altersmedizin. Kohlhammer, 2005.

Körtner, U.: Grundkurs Pflegethik. UTB BRO, 2004.

Remmers, H.: Pflegerisches Handeln – Wissenschaft-  und Ethikdiskurse. Bern: Huber 2000.

Schwerdt, R.: Eine Ethik für die Altenpflege. Bern: Huber 1998.

Stevens Barnum, B.: Spiritualität in der Pflege. Dt. Hrg.: Uhländer-Masiak, E. Bern: Huber 2002.

v. d. Arend, A. Gastmans, C.: Ethik für Pflegende. Bern: Huber 1996.

Die Arbeitsgruppe "Pflege und Ethik" der Akademie für Ethik in d. Medizin (AEM) e.V. hat einen Band mit Fallgeschichten herausgegeben unter dem Titel: Für alle Fälle... Arbeit mit Fallgeschichten in der Pflegeethik, Hannover: Schlütersche, 2005. - 231 S. - ISBN: 3-89993-418-0,  kostenloser Download von Inhaltsverzeichnis und Einleitung bei Huber Lang ebooks: www.huberlang.com

 Links:

ICN Code of Ethics                            www.icn.ch/icncode.pdf

ICN-Ethikkodex                                 www.dbfk.de/download/ICN-Ethikkodex-DBfK.pdf

Die ethische Verantwortung der Pflegeberufe (1998)   www.kathpflegeverband.de/ethik-verantwortung.html


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 (c) Institut für Ethik in der Praxis. Stand: 08. April 2009. Bei Fragen oder Unklarheiten im Zusammenhang mit dieser Website, wenden Sie sich bitte an uns.