Arnd T. May, Reinhold Mann
Soziale Kompetenz im Notfall

Praxisanleitung nicht nur für den Rettungsdienst - ein Unterrichtskonzept
Reihe: Ethik in der Praxis / Practical Ethics Materialien / Documentation
Bd. 5, 2003, 2. überarbeiteten Auflage 2005
184 S., 15.90 EUR, br., ISBN 3-8258-6034-5 Leseprobe [824 KB]

In der Notfallversorgung ist die Soziale Kompetenz unentbehrlich. Rettungsdienst, Medizin und Pflege sind oft mit menschlichen Grenzsituationen konfrontiert. Soziale Kompetenz befähigt sie, qualitativ hochwertigen Dienst am Patienten und Beteiligten zu leisten. Zum Unterrichtskonzept gehören die Themen Kommunikation, Umgang mit Patienten und besonderen Patientengruppen, Stress und Stressbewältigung bezogen auf den Rettungsdienst und die Notfallversorgung allgemein. Der Leser erhält einen Einblick in die Besonderheiten der Notfallversorgung und angehendes Rettungsdienstpersonal wird auf seine praktische Tätigkeit vorbereitet. Das Konzept umfasst auch Hilfen wie Krisenintervention, Notfallseelsorge und Stressbewältigung für Einsatzkräfte, welche in den letzten Jahren mehr an Bedeutung gewonnen haben.

Das vorliegende Konzept wurde von Rettungssanitäter Dr. phil. Arnd T. May und Lehrrettungsassistent Reinhold Mann, Lehrkräfte an der Rettungsschule Münster des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe e. V., entwickelt.

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Pressemeldung des Landesverbandes Westfalen-Lippe des Deutschen Roten Kreuzes

15.04.2003 - 09:24 Nr.9/2003, Münster, 15. April 2003

Neues Unterrichtskonzept an Münsteraner DRK-Landesschule entwickelt
Soziale Kompetenz im Notfall - Praxisanleitung nicht nur für den Rettungsdienst
Soziale Kompetenz ist in der Notfallversorgung unentbehrlich und Pflichtbestandteil der Aus- und Fortbildung im Rettungsdienst. Dazu haben Rettungssanitäter Dr. phil. Arnd T. May und Lehrrettungsassistent Reinhold Mann für die Rettungsschule des DRK-Landesverbandes in Münster ein Unterrichtskonzept erarbeitet und seitdem als Praxisanleitung ständig weiterentwickelt. Das Konzept wurde heute in einer erweiterten Form von den beiden Lehrkräften und Autoren als Buch an der Rettungsschule des DRK-Landesverbandes vorgestellt. Rettungsdienst, Medizin und Pflege sind oft mit menschlichen Grenzsituationen konfrontiert. Soziale Kompetenz befähigt die Mitarbeiter, einen qualitativ hochwertigen Dienst an Patienten und Beteiligten zu leisten. Zum im praktischen Unterricht an der DRK-Landesschule erprobten Konzept gehören neben Überlegungen zu Ethik die Themen Kommunikation, Umgang mit Patienten und besonderen Patientengruppen sowie Stress und seine Bewältigung. Die Leser erhalten einen Einblick in die Besonderheiten der Notfallversorgung, angehendes Rettungsdienstpersonal wird auf seine Tätigkeit vorbereitet und Profis werden Anregungen finden. Krisenintervention, Notfallseelsorge und Stressbewältigung für Einsatzkräfte haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das Konzept trägt dieser Entwicklung Rechnung.
"Dr. Arnd T. May und Reinhold Mann haben die verschiedenen Entwicklungsstrategien integriert und systematisiert und auf ein theoretisches und wissenschaftliches Fundament gestellt", so der Leiter des Bereichs Bildungsarbeit im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe, Ulrich Hargart.

Das Buch "Soziale Kompetenz im Notfall. Praxisanleitung nicht nur für den Rettungsdienst - ein Unterrichtskonzept" von Arnd T. May und Reinhold Mann ist im LIT Verlag in Münster in der von Prof. Dr. Hans-Martin Sass herausgegebenen Reihe "Ethik in der Praxis" erschienen, umfasst 184 Seiten und kostet 15,90 €, ISBN 3-8258-6034-5

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Pressemeldung der Ruhr-Universität Bochum:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressemitteilungen-2003/msg00122.html

(00122) 25.04.2003 11:04

Soziale Kompetenz im Notfall: ... und immer Mensch bleiben

Bochum, 25.04.2003
Nr. 122

... und immer Mensch bleiben
Buchveröffentlichung: Soziale Kompetenz im Notfall
Praxisanleitung für den Rettungsdienst

Mit medizinischem Wissen allein ist es nicht getan. Mitarbeiter im Rettungsdienst müssen nicht nur Leben retten, sondern auch Patienten beruhigen, Angehörige informieren, mit Schaulustigen umgehen, schlimmstenfalls Todesnachrichten überbringen und letztlich auch mit ihrer eigenen körperlichen und seelischen Belastung fertig werden. Kurz: Soziale Kompetenz ist unabdingbar. Um dieses bisher vernachlässigte Kapitel der Ausbildung im Rettungsdienst geht es im neuen Band „Soziale Kompetenz im Notfall“ von Dr. Arnd T. May (Zentrum für Medizinische Ethik der RUB) und Reinhold Mann (Lehrrettungsassistent, DRK Kreisverband Gütersloh), der jetzt in der Reihe „Ethik in der Praxis“ erschienen ist.

Vertrauen gewinnen, informieren

Neben theoretischen Grundkenntnissen über die Kommunikation vermittelt das Buch vor allem praktische Handreichungen für das Verhalten in Extremsituationen. So ist es z. B. wichtig, dem Patienten in die Augen zu schauen, leichten Körperkontakt zu ihm zu suchen, um sein Vertrauen zu gewinnen, ihn nicht in seinem Schamgefühl zu verletzen, ihn vor neugierigen Blicken abzuschirmen. Angehörige gilt es nicht unnötig auszugrenzen: Sie können wichtige Helfer sein und notwendige Informationen geben, z. B. zu Vorerkrankungen. Ihre Sorgen sollten berücksichtigt werden, d. h. sie sollten wenigstens alle Viertelstunde über den Zustand des Patienten informiert werden, wenn sie nicht bei der Behandlung dabei sein können.

Fallstricke meiden

Die Autoren gehen auch auf die Fallstricke im Rettungsdienst ein, indem sie häufige Fehler thematisieren: So müssen Anweisungen z. B. – gerade gegenüber Menschen in Krisensituationen – deutlich formuliert sein. Dabei sollten Rettungskräfte darauf achten, den Patienten auch sprachlich nicht zum „Fall“ zu degradieren, sondern seine Würde als Person zu wahren. Sehr wichtig, wenn auch nicht immer einfach zu wahren, sei eine gewisse Neutralität, so die Autoren: Wertungen gehören nicht an den Unfallort, auch wenn z. B. der Patient ungewöhnlichen Körperschmuck trägt oder sich bei einer strafbaren Handlung verletzt hat.

Schwierige Patienten

Auch im Umgang mit Opfern von Straftaten oder Gewaltakten müssen Sanitäter sensibel umgehen können. So empfehlen die Autoren z. B. nach Sexualdelikten an Frauen stets weibliches Personal nachzufordern, für Kinder einfache Worte zu wählen und Verletzungen abzudecken. Bei älteren Personen muss das Rettungspersonal an Hilfsmittel wie z. B. Gebiss, Rollstuhl oder Hörgerät denken, damit die Patienten nicht noch hilfloser sein müssen.

Auf sich selbst achtgeben

Zu guter Letzt geht es im Buch auch um den Umgang mit dem eigenen Stress. Gesprächsgruppen, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, mit der Belastung fertig zu werden. Und nicht zuletzt empfehlen die Autoren auch, auf eine sorgfältige Körperpflege, Sauberkeit in den Diensträumen und Fahrzeugen, ein gutes Betriebsklima und ein sicheres, ruhiges Auftreten zu achten. Nur so können Rettungskräfte Vertrauen schaffen und den Erwartungen, die die Menschen im Notfall an sie haben, gerecht werden. „Pauschalanleitungen kann es für den Umgang mit Extremsituationen nicht geben. Wichtig ist es, immer Mensch zu bleiben und stets den Patienten in den Mittelpunkt des Handelns stellen“, so Arnd May, der selbst Rettungssanitäter ist.

Große Zielgruppe

Das Buch richtet sich nicht nur an angehende Rettungshelfer, sondern an alle im Rettungsdienst Beschäftigten, auch Leitungs- und Führungskräfte, Entscheidungsträger bei Hilfsorganisationen, Feuerwehr, Krankenkassen und in der Politik sowie an Ausbilder.

Weitere Informationen

Arnd T. May, Reinhold Mann: Soziale Kompetenz im Notfall. Praxisanleitung nicht nur für den Rettungsdienst – ein
Unterrichtskonzept (= Ethik in der Praxis, Bd. 5, Hg. von Hans-Martin Sass). LitVerlag, Münster, Hamburg, London 2003, ISBN 3-8258-6043-5, 184 Seiten, 15,90 Euro

Weitere Informationen

Dr. Arnd T. May,
Internet: http://www.soziale-kompetenz-im-notfall.de

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Mit freundlichen Gruessen
Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de
Schauen Sie doch bei uns mal rein: http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle
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Stand: 07.2016