Unter medizinischer Ethik im weiteren Sinn können alle die Regeln und Normen, Wertüberzeugungen und Einstellungen, Kodifikationen und Institutionen verstanden werden, die das Ziel haben, das Handeln im medizinischen Bereich an ethischen Maßstäben auszurichten; medizinische Ethik im engeren Sinn meint dagegen die reflexiv-argumentative Disziplin, deren Aufgabe in der Prüfung, Begründung und gegebenenfalls Vermittlung der für den Bereich der Medizin relevanten ethischen Regeln, Einstellungen und Institutionen im Licht der generellen ethischen Prinzipien und der jeweiligen Handlungskontexte besteht. Im weiteren Sinne verstanden ist medizinische Ethik so alt wie die Medizin als eine vom Arzt ausgeübte Heilkunst. Denn der Patient, der einen Arzt ruft, um von einer Krankheit geheilt zu werden, muss nicht nur davon ausgehen können, dass der Arzt über die nötige Kompetenz verfügt, um die Krankheit zu heilen, er muss auch darauf vertrauen können, dass der Arzt diese Kompetenz zu keinem anderen Ziel als der Heilung einsetzt. Umgekehrt muss der Arzt nicht nur über die Kenntnis der richtigen Mittel verfügen, sondern auch eine verantwortliche Wahl in Bezug auf die Ziele getroffen und diese Wahl zu seinem habituellen Besitz gemacht haben. [Lexikon der Bioethik]

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Stand: 01.2017